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Der (vorerst) letzte Flug der Marktschwalbe
Wusterhausen/Dosse, den 11.06.2025
Ende der Erprobung der Stadt-Land-Drohne nach einem Jahr Projektlaufzeit
Bei Theodor Fontane fliegt im Gedicht „John Maynard“ die „Schwalbe“ über den Eriesee. Am Steuer steht besagter John Maynard, der letztlich durch Einsatz seines Lebens das brennende Schiff nach Buffalo bringt und Besatzung und Passagiere rettet.
Ganz so dramatisch ist die Lage in Trieplatz am 10.06.2025, um 12.30 Uhr nicht, aber nass und windig schon. Und die (Markt-)Schwalbe selbst hat auch ihre Probleme.
Dennoch kommt es unter den Augen eines rbb-Teams, des Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke, des Bürgermeisters Philipp Schulz und Trieplatzer Einwohnerinnen und Einwohnern zu einer letzten spektakulären Vorführung der Stadt-Land-Drohne.
Der rbb hatte schon den Start des vom Bund geförderten Projektes vor einem Jahr begleitet. Nun also auch die finale Tour von Wusterhausen nach Trieplatz.
Insgesamt waren drei Landeports in Wusterhausen, Barsikow und Trieplatz errichtet worden, von denen die Drohne starten und landen konnte.
Was sich jetzt sehr übersichtlich und einfach anhört, war über das zurückliegende Jahr eine emotionale Achterbahnfahrt für Betreiber, Verwaltung und Bürger.
Große Erwartungen wechselten mit tiefen Enttäuschungen, technische Daten entpuppten sich zum Teil als nicht umsetzbar, Anpassungen und Reparaturen dauerten länger als geplant und und und… Letztlich musste sogar der Hersteller der Drohne gewechselt werden. Quasi ein fast kompletter Neustart mitten im Projekt. Und zu allem Überfluss immer die kurze Förderperiode im Nacken.
Viele Entwickler, Betreiber und Partner hätten schon kapituliert, Robin Kellermann und Tobias Biehle von Luftlabor – Dr. Kellermann und Biehle GbR aber nicht.
Bis buchstäblich zur letzten Minute brennen und kämpfen beide für ihr Projekt. Auch wenn vor dem letzten Flug das Update nicht funktioniert und es dadurch zu merklichen Verspätungen der Lieferung kommt.
Aber die Drohne kommt an, klinkt ihre Lieferung planmäßig am Port aus und schwebt wieder davon. Während alle Anwesenden der Marktschwalbe hinterherschauen, kommt einem unwillkürlich der Song „Über den Wolken …“, die an diesem Tag recht tief hängen, in den Sinn, denn auch in Trieplatz stehen die Pfützen und es duftet nach Kaffee.
Kuchen von der Bäckerei Kindt war in der Lieferbox und so wird der Abschluss der Aktion doch noch gemütlich zwischen Bäumen, Wiesen und Feldern würdig begangen.
Kellermann und Biehle werden nicht müde, die landschaftliche Schönheit der Gegend und die gute Zusammenarbeit mit den Menschen in der Gemeinde zu preisen. Der Abschied fällt ihnen merklich schwer.
Gerade jetzt, wo eigentlich alles läuft, man den Aktionsradius auch auf andere Ortsteile vergrößern könnte, läuft die Förderung aus. Und eine neue ist noch nicht in Sicht. Versprechungen kann da auch Sebastian Steineke MdB keine machen. Dennoch ist sein Interesse am Projekt mehr als geweckt und er wird die Marktschwalbe in Berlin adressieren.
Jeder Fürsprecher zählt. Egal, auf welcher Ebene.
Auch die Trieplatzer sind inzwischen positiv eingestellt. „Ich war ja am Anfang auch eher skeptisch und habe das auch deutlich geäußert. Aber jetzt, nach einem Jahr, bin ich froh über das Projekt und wünsche den Betreibern alles alles Gute, dass es weitergeht. An uns hier soll es nicht scheitern!“, sagt Irmgard Mertens aus Trieplatz.
Bürgermeister Schulz ergänzt: „Trotzdem ist es wichtig und schön, dass wir hier Erkenntnisse erzielen konnten, die nicht nur hier Beachtung finden, sondern europaweit.“
Auch er sieht in der Marktschwalbe weiterhin Potenzial und würde eine Weiterführung begrüßen.
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