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Bückwitz

Kirche in Bückwitz

Bückwitz wird erstmals im Jahr 1308 im Zusammenhang mit der Übertragung des Sees an die Stadt Wusterhausen in einer Urkunde der erwähnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gehörte der Ort zu Neustadt.


Dass Bückwitz eine bewegte Geschichte hinter sich hat, zeigen historische Funde, die bei Baggerarbeiten im See gemacht wurden. Dieser See war über Jahrhunderte hinweg Streitpunkt zwischen den Bückwitzern und den Wusterhausenern: Der Zufluss aus dem Ganzerfließ lag auf Bückwitzer Land; der Abfluss, die Schwenze, auf Wusterhausener Seite. Letztere hatten die Wusterhausener auch zu pflegen und im Notfall zu beräumen – was sie allerdings oftmals nicht taten. So kam es im Jahr 1679 zur Klage der Neustädter, zu denen Bückwitz gehörte, weil der Rückstau einen Hof derart überflutete, dass man auf ihm Kahn fahren musste. Auch das Fischrecht war ein Zankapfel, der darin gipfelte, dass die Bürger von Wusterhausen den Bückwitzern die Netze zerschnitten. Im Zuge der Errichtung einer Wehranlage seitens der Wusterhausener wurde der See vergrößert. Nun waren wiederum die Bückwitzer der Ansicht, dass nun jeder das Recht hätte, so weit zu angeln, wie er waten könne – was zu erneuten Konflikten führte. Erst im vorigen Jahrhundert wurde dieser Streit geschlichtet, als ebenjene Urkunde aus dem Jahr 1308 auftauchte, die bewies, dass Markgraf Waldemar den See für 80 Mark Silber an die Stadt Wusterhausen verkaufte.


Die heute bestehende Kirche wurde 1880 nach langer Bauzeit eingeweiht. Ihre Vorgängerin wurde im Dreißigjährigen Krieg zusammen mit dem Dorf abgebrannt. Lediglich zwei Häuser hatten die Feuersbrunst überstanden. Auch eine 1525 erwähnte St. Catharinen-Capelle befand sich einst im Dorf. Im Jahr 1698 entstand der Plan, im Ort eine Schule zu errichten. Der Lehrer, dazu noch Küster und Schneider in einer Person, unterrichtete hier für 6 Pfennige Schulgeld pro Woche zwischen 16 und 28 Schüler. Eine schwere Zeit hatten die Bückwitzer unter dem Amtsrat Claudius, der in seiner Zeit „den spanischen Mantel und das Fiedeltragen“ einführte, den Hofdienst wieder erzwang und sogar gegen seine ihm befohlenen Untertanen vor Gericht zog.


Auch unter den Napoleonischen Kriegen (1800–1814) hatte Bückwitz zu leiden. Häufige Einquartierungen, Diebstähle und Verschleppungen gehörten zur Tagesordnung. Vier Bückwitzer waren auch an den Befreiungskriegen ab 1813 beteiligt. Das ganze Dorf zieht auch mit, als gemeldet wird, die Franzosen kämen von Magdeburg. Unter Kommandeur Jesse geht es bis Stüdenitz (15 Kilometer westlich gelegen), wo sich herausstellt, dass man dort „einen“ Franzosen sah. Siegreich kam man wieder zu Hause an – und feierte so ausgelassen, dass es doch noch einen Verletzten gab und der Bauer Grützmacher ein Auge bei der Schlägerei verlor. Am 30. September 1835 zerstörte ein Brand neun Wohnhäuser, drei gefüllte Scheunen, sechs große und noch mehr kleinere Ställe. Gemeinsam wurde das Dorf wiedererrichtet. Die Gemeinschaft schweißte es noch mehr zusammen.


Im 20. Jahrhundert entwickelte sich das Dorf wie seine Nachbarn. Langsam wurden die Errungenschaften der Neuzeit auch im ländlichen Bereich spürbar. Am Sonntag war der Knecht äußerlich kaum vom Bauern zu unterscheiden. Die Herrschaftsverhältnisse bildeten schon immer einen Zusammenschluss von Bückwitz und Metzelthin. Dieser wurde verstärkt durch den Bau der Neustadt-Ruppiner Chaussee im Jahr 1849, durch den Anschluss von Kyritz an die Bahnlinie Hamburg–Berlin. Trotzdem kam es zur Gründung der Doppelgemeinde Bückwitz/Metzelthin erst im vorigen Jahrhundert. Seit der Eingemeindung der beiden Dörfer im Jahr 2001 werden diese als Ortsteile von Wusterhausen geführt.

 

Bückwitz hat 190 Einwohner (Stand 2012).